Aus der Geschichte des Dolmetschens

Non verbum de verbo, sed sensum exprimere de sensu.
(Cicero)

Il est incontestable que Babel veut dire confusion, parce que les langues se confondirent, et c'est evidemment depuis ce temps là que les Allemands n'entendent plus les Chinois.
(Voltaire)

Me parece que el traducir de una lengua a otra es como quien mira los tapices flamencos por el revés.
(Cervantes)

Die Erfindung des Simultandolmetschens wird oft mit den Nürnberger Prozessen in Verbindung gebracht, sie geht aber eigentlich schon auf das Jahr 1927 zurück. Zu einer Zeit, als die nationalen Grenzen häufiger überschritten wurden und immer mehr internationale Konferenzen mit vielen Teilnehmern verschiedener Muttersprachen stattfanden, war die traditionelle Technik des Konsekutivdolmetschens den Effizienzansprüchen nicht mehr gewachsen - und so wurde bei der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf mit Hilfe eines ausgeklügelten Telefonsystems zum ersten Mal in Echtzeit gedolmetscht.

Seitdem hat die Technik der Tonübertragung große Fortschritte gemacht. Heute empfangen die Kopfhörer der Konferenzteilnehmer die Stimmen der Dolmetscher über hochmoderne Funk- oder Infrarotsysteme. Mit dem Aufkommen des Simultandolmetschens entwickelt sich auch der Beruf des Dolmetschers weiter, es kommt zu einer immer größeren Spezialisation.